Luxemburg ist flächenmäßig ein Zwerg und fahrerisch überraschend vielseitig: der bergige, kurvenreiche Norden im Ösling, das sanftere Gutland im Süden, dazu das felsige Müllerthal, die Moselweinstraße im Osten und der Minett-Süden mit seiner Bergbaugeschichte. Wer will, hat das Großherzogtum in einer Stunde durchquert — nur lohnt genau das nicht, denn die kurzen Distanzen packen sehr unterschiedliche Landschaften auf engen Raum. Günstiger Sprit an jeder Tankstelle kommt dazu.
Ösling — kurvenreicher Norden zwischen Our und Sûre

Der Norden, das Ösling, gehört geografisch zu den Ardennen und liefert die anspruchsvollsten Kurven des Landes. Die Straßen folgen den engen Tälern von Our und Sûre, steigen in Serpentinen auf die Hochflächen und wechseln ins nächste Tal — kurze, dicht getaktete Kurvenkombinationen statt langgezogener Pässe. Vianden mit seiner Burg hoch über der Our ist der bekannteste Ankerpunkt; über dem Ort liegen die Speicherbecken des Pumpspeicherwerks, zu denen eine lohnende Stichstraße hinaufführt. Clervaux im äußersten Norden trägt Schloss und Benediktinerabtei, im Schloss hängt die Fotoausstellung „The Family of Man". Das Ösling ist die dünner besiedelte, ruhigere Hälfte — wenig Verkehr, viel Asphalt zum Fahren.
Obersauer-Stausee und Esch-sur-Sûre — Wasser mitten im Ösling

Westlich davon staut sich die Sûre zum Obersauer-Stausee, dem größten Gewässer des Landes und dem zentralen Trinkwasserreservoir. Die Uferstraßen ziehen sich in langen Bögen am Wasser entlang und geben abwechselnd den Blick auf Wald und offene Seefläche frei — eine der entspannteren, landschaftlich aber stärksten Strecken im Norden. Am unteren Ende liegt Esch-sur-Sûre, dessen Häuser und Burgruine in einer fast geschlossenen Flussschleife stecken; die Sûre umrundet den Ort beinahe komplett. Der kurze Abstecher hinein lohnt allein wegen des Blicks von der Ruine über die Schleife.
Gutland und die Hauptstadt — Kultur im milden Süden

Der Süden, das Gutland, ist flacher, fruchtbarer und dichter besiedelt. Über Mersch im Alzettetal und Colmar-Berg, wo mit Schloss Berg die großherzogliche Residenz steht, rollt man auf die Hauptstadt Luxemburg zu. Deren Altstadt und Festungsanlagen sind UNESCO-Welterbe: Die Stadt sitzt auf einem Felssporn über den tief eingeschnittenen Tälern von Alzette und Petruss, durchzogen von den Kasematten im Fels. Im Westen breitet sich rund um Redingen das offene Ackerland des Attert-Tals aus — ruhige, schnell zu fahrende Landstraßen ohne den Kurvenstress des Nordens. Das Gutland ist die Seite für gemächliche Runden mit Kultur-Stopps.
Müllerthal und Echternach — Sandstein und Schluchten

Im Osten liegt das Müllerthal, wegen seiner bizarren Sandsteinformationen und engen Schluchten „kleine Luxemburger Schweiz" genannt. Die Straßen sind schmal und kurvig und führen durch dichten Wald zwischen den Felsblöcken hindurch. Berdorf sitzt auf einem Sandsteinplateau und ist über seine Kletterfelsen bekannt, Konsdorf liegt als ruhiger Ausgangsort mittendrin. Am Rand des Reviers liegt Echternach, die älteste Stadt Luxemburgs, mit der Willibrord-Basilika und der jährlichen Springprozession. Eine kompakte Ecke, die einen ganzen Tag abseits der Hauptrouten füllt.
Mosel-Weinstraße — entspanntes Flussrevier

Die südöstliche Grenze bildet die Mosel, an der sich die luxemburgische Weinstraße entlangzieht — von Wasserbillig über Grevenmacher und Wormeldingen bis Remich und Schengen. Steillagen, Winzerorte und ein mildes Klima prägen den Streifen. Die Uferstraße läuft flüssig am Wasser entlang, mit Blick über den Fluss nach Deutschland — wenig fahrerischer Anspruch, dafür ein guter Abschluss nach den Kurven im Norden. In Schengen am Dreiländereck stößt Luxemburg auf Frankreich und Deutschland zugleich.
Minett — die Rote Erde im Süden

Der äußerste Süden ist der Minett, das alte Eisenerzrevier, dessen rötlicher Boden ihm den Namen „Rote Erde" (Terres Rouges) gab. Hier liegen die früheren Industriestädte Esch-sur-Alzette — nach der Hauptstadt die zweitgrößte Stadt des Landes — sowie Differdingen und Düdelingen. Die Landschaft ist weniger kurvig als der Norden, dafür prägen Hochofen-Relikte, renaturierte Tagebaue und die Bergbaugeschichte das Bild. Bei Petingen liegt der Titelberg, ein keltisches Oppidum und eine der wichtigsten vorrömischen Siedlungen der Region. Der Minett ist die naheliegende Brücke ins französische Lothringen.
Tanken und Anschluss — günstiger Sprit und Nachbarreviere
Ein handfester Vorteil bleibt der Preis an der Zapfsäule: In Luxemburg ist Sprit traditionell deutlich günstiger als in den Nachbarländern — wer durchfährt, tankt hier voll. Rundum schließen starke Reviere an: die belgischen Ardennen im Westen (eigenes Revier auf motorradardennen.de), Eifel und Hunsrück jenseits von Sauer und Mosel im Osten, das Saarland im Südosten und das französische Lothringen im Süden. Durch die zentrale Lage und die kurzen Wege eignet sich das Großherzogtum gut als Standort für eine grenzüberschreitende Woche.