Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.
Sehenswert
Natur-Stopps im Müllerthal und an der Our
Die Landschaft ist in Luxemburg nicht Kulisse, sondern Teil der Tour. Es folgen die lohnendsten Naturziele und Pausenplätze entlang der Strecken.
Naturpark Obersauer und Stausee
Der Naturpark Obersauer wurde 1999 als erster Naturpark Luxemburgs gegründet und umfasst rund 162 km². In seinem Herzen liegt der Obersauer-Stausee mit etwa 380 Hektar Wasserfläche, der zugleich das Trinkwasserreservoir des Landes ist. Die Runde um den See bietet ruhige Straßen, Aussichten auf das Wasser und gute Pausenplätze; vom Kuelebierg über Esch-sur-Sûre reicht der Blick auf die hufeisenförmige Flussschleife. In Esch-sur-Sûre gibt es ein altes Tuchmacherhaus mit Naturpark-Zentrum, das sich gut für eine längere Rast eignet.
Naturpark Our
Der Naturpark Our im äußersten Norden lebt von den engen Tälern entlang der Grenzflüsse Our und Sauer. Die Talstraßen sind kurvig und landschaftlich reizvoll, mit Deutschland direkt auf der anderen Flussseite. Vianden mit seiner Burg ist der bekannteste Anlaufpunkt der Region; oberhalb des Ortes liegt das Pumpspeicherkraftwerk Vianden, eines der größten Europas, dessen Oberbecken auf dem Mont Saint-Nicolas einen weiten Rundblick über das Éislek bietet. Die Auffahrt dorthin ist ein kurvenreicher Abstecher, der sich lohnt.
Müllerthal und der Mullerthal Trail
Das Müllerthal gehört zum Deutsch-Luxemburgischen Naturpark und ist von der UNESCO als Global Geopark anerkannt. Wanderer erkunden die Felsen auf dem Mullerthal Trail, der mit drei Rundwegen insgesamt rund 112 Kilometer umfasst. Für Motorradfahrer reicht oft schon ein kurzer Abstecher zu Fuß — etwa zum Schiessentümpel, durch die enge Wolfsschlucht oder zu einer der spektakulären Felsformationen — als perfekte Beinvertretungs-Pause. Das Touristcenter Heringer Millen bei Mullerthal ist ein guter Ausgangs- und Einkehrpunkt mit Parkplatz.
Éislek-Hochland und Moseltal
Das Éislek ist das bewaldete Hochland des Nordens: weite Hochflächen, Mischwälder, kleine Dörfer in Flusstälern. Im Gegensatz dazu ist das Moseltal im Südosten offen und sonnig, von Weinbergen geprägt. Beide Regionen liefern lohnende Aussichtspunkte und schattige bzw. sonnige Rastmöglichkeiten — je nach Wetterlage wählt man entsprechend. An der Mosel lohnt ein Stopp an einem der Aussichtspunkte über den Weinterrassen, etwa bei Wormeldange oder am Markusberg oberhalb von Wasserbillig.
Natur
Talsperren im Nordwesten und die Straßen an ihren Ufern
Die Wasserwirtschaft hat im Norden ein eigenes Straßenbild geschaffen. Der Obersauer-Stausee ist kein rundes Becken, sondern ein verzweigtes System gefluteter Täler mit langen Armen um Insenborn, Lultzhausen, Liefrange und Bavigne. Eine durchgehende Uferstraße gibt es deshalb nicht. Stattdessen nähert man sich dem Wasser immer wieder von den Höhen, quert einen Seitenarm auf einer Brücke, steigt auf der Gegenseite wieder an und verliert den See für ein paar Kilometer aus den Augen. Diese Abfolge aus Anstieg, Querung und Abstieg macht die Runde interessanter als eine reine Uferstrecke, verlangt aber Geduld — die Straßen sind schmal und werden im Sommer von Ausflugsverkehr genutzt.
Marktplatz von Echternach
Am Ostende drängt sich der Fluss bei Esch-sur-Sûre in eine so enge Schlinge, dass der Halsrücken des Mäanders für die Straße durchbrochen wurde; man fährt durch den Fels statt außen herum. Flussabwärts folgt die Sauer weiter tief eingeschnittenen Windungen an Bourscheid, Michelau und Erpeldange vorbei, mit dem Burgsporn hoch über dem Tal als markantestem Punkt.
An der Our zwischen Vianden und Bivels liegt eine gestaute, ruhige Wasserfläche, entlang derer die Talstraße ohne nennenswerte Steigung verläuft — eine der wenigen wirklich entspannten Passagen im Norden. Wichtig auf allen Stauseestrecken: Der Obersauer-Stausee dient der Trinkwasserversorgung, ein großer Teil der Uferflächen liegt in Schutzzonen. Abstellen, Rasten und Wenden gehören auf die ausgewiesenen Flächen, nicht auf die Böschung.