
Saarland & Luxemburg – Mosel
An der Mosel entlang geht es über das Saarland bis nach Luxemburg.
Luxemburg
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

An der Mosel entlang geht es über das Saarland bis nach Luxemburg.

Das Großherzogtum Luxemburg ist mit etwas mehr als zweieinhalbtausend Quadratkilometern nicht das größte europäische Land, hat aber für Motorradfahrer eine Menge zu bieten.

Luxemburg ist ein eigenartiges Land. Es ist – nach Malta – das zweitkleinste Land in der EU. Innerhalb der Gesamtbevölkerung der EU beträgt der Anteil der Luxemburger nur 0,1 Prozent. In Luxemburg leben nämlich gerade mal knapp 600.000…

Sechs Bände über Luxemburgs Gourmet-Antwort auf Sherlock Holmes sind bislang erschienen. Grund genug uns mal an seine Fersen zu heften. Auf Ducati Multistrada 950 S und BMW F 850 GS Adventure.

Nach über 60 Jahren erster Maifisch in der Mosel”, lautete kürzlich die Überschrift in den Lokalzeitungen zwischen Koblenz, Trier und Luxem

Sprache: Von Lëtzebuergesch bis Deutsch Immerhin 135 Kilometer lang ist die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland. Die Mosel bildet über einige

Kaum ein Detail spricht sich unter Motorradfahrern schneller herum als der Tankvorteil. Luxemburg erhebt auf Kraftstoff die niedrigste Mineralölsteuer im Umkreis, und daraus folgt ein struktureller, kein zufälliger Preisunterschied: Benzin ist im Großherzogtum verlässlich günstiger als jenseits der Grenze in Deutschland, Belgien und Frankreich. Pendler und Fernfahrer aus der gesamten Großregion steuern die Stationen an den Ein- und Ausfallstraßen gezielt an — für Biker ist derselbe Effekt ein willkommener Nebengewinn.
Die Grenztank-Logik ist bei dieser Landesgröße simpel: Wer aus Eifel, Saarland oder Lothringen anrollt, kommt am besten mit knappem Tank an und fährt mit vollem wieder heraus. Eine Füllung trägt bequem über eine ganze Tagesschleife, denn weiter als von einem Ende des Landes zum anderen wird kaum eine Runde. Der Preisvorteil ist also mitgenommen, ohne dass man ihn planen müsste — es reicht, den Vollen für den letzten Abschnitt vor der Heimfahrt aufzusparen.

Der Reiz Luxemburgs liegt zu einem guten Teil im Grenzverkehr — an einem Nachmittag lassen sich Deutschland, Belgien und Frankreich streifen. Im Großherzogtum selbst ist das leicht: keine Vignette, keine Maut, freie Autobahnen und Schnellstraßen. Sobald das Vorderrad aber die Grenze quert, gelten andere Bücher, und die drei Nachbarn ticken unterschiedlich.

Eine echte Kuriosität begleitet die Strecke im Norden. Wo die Our zwischen Deutschland und Luxemburg fließt, gehört der Fluss keinem der beiden Staaten allein — er ist Kondominium, gemeinsames Hoheitsgebiet beider Länder. Es gibt hier keine Linie in der Flussmitte, die diesseits deutsch und jenseits luxemburgisch macht; das Gewässer samt Brücken und Wehren wird zu gleichen Teilen von beiden verwaltet. Die Regelung geht auf einen Grenzvertrag aus dem frühen 19. Jahrhundert zurück, aus der Zeit nach dem Wiener Kongress, und gilt ähnlich für Abschnitte von Sauer und Mosel.
Fürs Fahren heißt das: Die Uferstraße im Ourtal wechselt bei Vianden, Stolzembourg oder Dasburg immer wieder über schmale Brücken von einem Land ins andere, ohne dass ein Schild groß Aufhebens darum macht — dank Schengen fällt der Grenzübertritt komplett formlos aus. Man kurvt durch enge Serpentinen aus dem Tal auf die Höhen, quert dabei mehrfach eine Grenze, die zugleich beiden gehört, und spürt vom staatsrechtlichen Sonderfall unter den Reifen schlicht nichts. Genau dieses beiläufige Hin und Her macht das Our-Tal zu einer der eigenwilligsten Strecken der Region.
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